Brighton Katabaro Academy of International Ecumenism, University of Hamburg Abstract In den vergangenen Jahrzehnten haben sich mit der Ökotheologie, der Agrarökologie und der Grünen Theologie mehrere ökologische Diskursfelder etabliert. Während die Ökotheologie häufig auf einer hohen Abstraktionsebene verbleibt, ist die Agrarökologie primär naturwissenschaftlich-säkular ausgerichtet und bindet theologische Reflexion kaum ein. Die Agrartheologie positioniert sich an der Schnittstelle dieser Ansätze und verortet theologische Erkenntnis systematisch in der landwirtschaftlichen Praxis sowie in deren materiellen Vollzügen – Boden, Pflanzen, Wasser und Erde als relationalem Ganzen. Landwirtschaft, Saatgut und Ernährungssysteme fungieren dabei als zentrale loci theologici. Die Agrartheologie versteht sich als komplementärer Deutungsrahmen, der biblische Agrarmotive, afrikanische Öko-Spiritualitäten und zeitgenössische agroökologische Paradigmen integriert. Methodisch greift der Beitrag auf...